Julius’ Blog

Ich, ganz subjektiv.

bebarbar unterwellt

Donnerstag, 29. Juli 2010 – 19:55 Uhr

Für das Textverarbeitungsprogramm meiner Wahl, OpenOffice.org, gibt es eine Rechtschreib- und Grammatikkorrektur von Duden. Die ist in der Regel sehr gut, auch wenn sie manche in der Sprachwissenschaft gängige Begriffe nicht kennt.

Nicht weiter tragisch, man kann ja nicht alles wissen. Auch Konrad der Allmächtige nicht.

Für solche Fälle gibt es das Benutzerwörterbuch, in das man unbekannte, aber häufig gebrauchte Begriffe, die nicht rot unterwellt sein sollen, eintragen kann. Doof nur, dass dies bei der Duden-Korrektur nur möglich ist, wenn Duden einen Vorschlag hat. Gibt es kein ähnliches Wort, von dem Duden ausgeht, dass man das gemeint hat, wird einem nur die Möglichkeit des Nachschlagens in den Dudenwörterbüchern geboten. Zum Benutzerwörterbuch kann man nichts hinzufügen.

Das betrifft zum Beispiel das Wort betonbar. So außergewöhnlich ist die Wortbildung dabei gar nicht. Man kann an jedes Verb -bar hängen, wenn man vorher -en entfernt. Okay, an fast jedes Verb. Eigentlich sind nur transitive Verben - also solche, denen ein Objekt folgt - bebarbar. Hm… »bebarbar« wird auch rot unterwellt. Dann halt: man kann an solche Verben -bar anhängen.

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staatliche Drogenabgabe

Samstag, 24. Juli 2010 – 06:47 Uhr

Ab kommendem Jahr sollen Schwerstheroinabhängige in Berlin auf Kosten der Krankenkasse unter ärztlicher Aufsicht Diamorphin, ein synthetisch hergestelltes Heroin, verabreicht bekommen. Dieses Modell, das bereits in anderen deutschen Großstädten angewandt wird, »sichert (…) oft das Überleben, minimiert den Konsum weiterer Drogen, verhindert Beschaffungskriminalität.« (Berliner Zeitung) Von Erfolgen hinsichtlich einer überwundenen Drogenabhängigkeit ist hier keine Rede.

Ich habe da meine Bedenken. Auch wenn meine Sicht der Dinge etwas einfach sein mag: Drogenabhängigkeit ist etwas, was man sich als Betroffener ausgesucht hat. Jeder weiß, dass Suchtmittel über kurz oder lang abhängig machen. Wer trotzdem zugreift, weiß im Grunde, was er tut. Auch wenn er die Folgen angesichts der vermeintlichen Vorzüge vorerst ausblenden mag.

Ich finde es schlichtweg falsch, wenn der Staat nun sagt: Hey, für deinen starken Willen, zweimal eine teure Entzugskur abzubrechen (erst dann nämlich darf man an dem Programm teilnehmen), belohnen wir dich mit zwei bis drei Dosen Diamorphin täglich. Nebenbei erwähnt würde es mich brennend interessieren, was die Krankenkasse eine Dosis kostet. »Menschenwürde aus der Ampulle« nennt man das dann. Offensichtlich fehlt mir ohne Ampulle meine Würde.

Ein Kommentator bei der Zeit findet, »man sollte diese Betrachtungsweise [= kostenlose Drogen für Schwerstabhängige] auch auf Alkohol und Nikotin ausweiten, eventuell auch Bordellbesuche (Vergewaltigungen sind ja letztlich auch ›Beschaffungskriminalität‹)«. Mit der gleichen Logik, mit der man Drogenabhängigen hilft, müsste man auch den katholischen Geistlichen, die es in den letzten Monaten unrühmlich in die Presse geschafft haben, ab und zu ein Kind vorbeischicken. Auf Rezept natürlich. Hier könnte sogar noch argumentiert werden, dass sie für die Störung ihrer Sexualpräferenz höchstwahrscheinlich nicht einmal etwas können. Doch wer bitte schön soll dafür sein?

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ePost

Donnerstag, 22. Juli 2010 – 15:19 Uhr

Nach mehreren Jahren habe ich wieder eine ePost-Adresse. Die Anmeldung war diesmal etwas aufwändiger: Da das Ganze rechtssicher sein soll, muss man sich identifizieren; bei der Postfiliale seines Vertrauens.

Die freundliche Dame vom Schalter hat alle Daten eingegeben und mir den Ausdruck vorgelegt. Ich solle alles nochmal überprüfen. Das tat ich dann auch akribisch. Das Ergebnis: Sie hat die Ausweisnummer sowie das Ausstellungsdatum falsch abgetippt. Die Ausweisnummer hat eigentlich nur neun Ziffern, sie schreibt einfach noch die Prüfziffer aus der maschinlesbaren Zone mit ab. Und statt 2005 sei der Ausweis schon fünf Jahre früher ausgestellt worden. Ich protestiere. Darauf sie: Nein, das ist die richtige Nummer und das richtige Datum. Wieso sollte ein Ausweis nur 5 Jahre gültig sein? Hm, vielleicht weil man erst ab 25 einen Ausweis bekommt, der 10 Jahre gültig ist? Ihre Kollegin weiß das und sie hat auch eine Brille auf, mit der sie die kleinen Ziffern lesen kann. »Selbst mit Brille könnte ich solche kleinen Zahlen nicht lesen!«, sagt die Schalterdame. Da ist wohl ein Besuch beim Optiker angeraten…

Das Datum hat sie dann geändert, die Ausweisnummer aber nicht. Naja, dann gibt es halt den angebenen Ausweis nicht. Adé Rechtssicherheit.

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Und die Schweiz liegt doch am Meer

Samstag, 3. Juli 2010 – 20:07 Uhr

Beim Durchzappen hängengeblieben. Als angehender Geografielehrer war ich sprachlos ob der Dummheit.

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IQ-Test für Politiker

Montag, 28. Juni 2010 – 20:43 Uhr

Nachdem aus den Kreisen der Union Vorschläge laut wurden, für Einwanderer IQ-Tests einzuführen, bin ich doch ein großer Fan der Idee, für Politiker ebensolche auch einzuführen. Ich bin mir sicher, die Reihen in den Parlamenten sowie in den Regierungen würden lichter.

Ob die Welt durch intelligente Menschen besser würde? Ich bezweifle es.

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Mario Adorf: Jenny

Montag, 21. Juni 2010 – 22:38 Uhr

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Mehr Infos hier.

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Schweizer droht in Singapur Prügelstrafe

Montag, 21. Juni 2010 – 19:02 Uhr

In Singapur hat ein 32-jähriger Schweizer ein Loch in einen Zaun geschnitten, um U-Bahn-Züge zu beschmieren. Beim Beschmieren wurde er dann ertappt, dafür droht ihm nun die Prügelstrafe. Menschenrechtsorganisationen echauffieren sich darüber, dass dies menschenunwürdig sei.

Klar, Prügelstrafe ist nicht duldbar, denn man weiß nicht, wo das noch aufhören soll.

Aber seien wir mal ehrlich: In einem Land, das für seine scharfen Sanktionen bekannt ist – etwa 500 $ (rund 250 €) fürs Essen und Trinken in der Bahn – ist es schlichtweg dämlich, etwas zu beschmieren. Dazu braucht man nicht einmal Finger, um sich das ausrechnen zu können.

Ich persönlich befürwortete es, wenn es in Deutschland ebenfalls strengere Strafen gäbe. 15 € fürs Rauchen auf U- oder S-Bahnhof sind offensichtlich nicht abschreckend genug, wie die vielen dortigen Raucher und Zigarettenkippen zeigen. Gestuft 200 €, 300 € + 50 Stunden Parksäubern (natürlich im feschen orangen Outfit), 500 € + 200 Stunden Parksäubern + 3 Monate Führerscheinentzug – das wäre doch mal etwas, was richtig wehtut. Essen (und kleckern), lautes Telefonieren oder Musikhören mittels Handylautsprecher in der Bahn könnte man sicherlich mit vergleichabren Strafen auch leicht abstellen. Vorausgesetzt natürlich, dass das auch kontrolliert wird.

Nebenbei gesagt wären solche Strafen nicht notwendig, wenn sich die Menschen besännen, dass sie nicht allein auf der Welt existieren, sondern dass ein friedliches Miteinander nur klappt, wenn sich jeder rücksichtsvoll verhält.

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Heiraten auf Schwedisch: bröllop

Samstag, 19. Juni 2010 – 21:37 Uhr

Schwedisch ist schon eine drollig aussehende und klingende Sprache.


(Quelle: Sveriges Radio)

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exkommunistische Wassermelonen

Freitag, 18. Juni 2010 – 12:30 Uhr

Es ist immer wieder spannend, anderssprachige Wikipediaartikel zu lesen. Wer hätte beim französischen Wassermelonenartikel etwas Politisches erwartet?

Le terme « pastèque » est aussi employé pour désigner les anciens communistes reconvertis en écologistes après la chute du mur de Berlin. Cela provient de la couleur du fruit : vert à l’extérieur mais rouge à l’intérieur.

Der Begriff »Wassermelone« wird auch verwendet, um ehemalige Kommunisten, die nach dem Fall der Berliner Mauer zu den Grünen gewechselt sind, zu bezeichnen. Das rührt von der Farbe der Frucht her: außen grün, aber innen rot.

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Wenn in der EU…

Donnerstag, 17. Juni 2010 – 17:50 Uhr

nur die Länder stimmberechtigt wären, die (1) in den letzten beiden Jahren keine höhere Neuverschuldung als 3 % des Bruttoinlandsproduktes hatten sowie (2) deren Gesamtverschuldung unter 60 % lag, dann hätten Deutschland und viele andere Länder gar nichts mehr zu sagen.

Dafür könnten sich Dänemark, Estland, Finnland, Luxemburg und Schweden produzieren.

Luxemburg und Finnland erwarten in diesem Jahr übrigens ein Überschreiten der Neuverschuldungsgrenze.

Der Kreis der Länder wird immer kleiner.

(Quelle der Daten)

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Finanztransaktionssteuer: Steuer gegen Armut?

Dienstag, 15. Juni 2010 – 09:32 Uhr

Markus von Text&Blog hat folgenden Film gebloggt und dabei auch auf die Petition Makefinancework.org verwiesen:

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Da mein Kommentar bei Markus etwas länger geworden ist, greife ich das Thema hier einfach mal auf:

Der Film und die Petition sind aus meiner Sicht zwei Paar Schuhe. Zwar drehen sich beide um die Transaktionssteuer, während aber der Film den Eindruck erweckt, die Einnahmen nur gegen Armut in der Welt einzusetzen (man könnte meinen, dass das Geld einfach nur umverteilt werden soll, was dann eher der klassischen Entwicklungshilfe als der modernen Hilfe zur Selbsthilfe entspricht), fordert die Petition eine primäre Verwendung der Gelder für die Finanzkrisenfolgenbekämpfung. Auch wenn die deutsche Überschrift der Petition unglücklicherweise wieder »Steuer gegen Armut« enthält.

Ich persönlich befürwortete es, wenn die Gelder der Finanztransaktionssteuer nicht als Einnahmen im öffentlichen Haushalt erschienen, sondern direkt für den Abbau der Staatsverschuldung eingesetzt würden. An der Konsolidierung der Staatsfinanzen sowie einer Reform von Verwaltung/Gesundheitssystem/Rentensystem/… führt aber auch dann kein Weg vorbei. Denn sonst werden wir uns mit dem Ergebnis konfrontiert sehen, dass wir ein einige Milliarden Euro großes Plus an Steuereinnahmen haben, das Geld aber genauso verprasst wird wie vorher.

Überhaupt sehe ich die Gefahr, dass das Geld für lauter Gefälligkeiten ausgegeben wird. Damit meine ich etwa Subventionen in aussterbende Wirtschaftszweige. Anstatt zu überlegen, wie man sich als Region weiterentwickeln könnte, lässt man sich lieber noch eine Weile subventionieren, auch wenn damit nur Geld aus dem Fenster geworfen wird.

Wenn eine Finanztransaktionssteuer, dann nur bei gleichzeitiger Konsolidierung und Reform.

Aber ich weiß, dass diese Forderung deutlich weniger sexy als »Steuer gegen Armut« ist.

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»Topmodel« Alisar

Samstag, 12. Juni 2010 – 21:14 Uhr

Seit Donnerstag hat Deutschland eine neue GNTM-Siegerin: die syrischstämmige Alisar Ailabouni.

Bereits vor dem Sieg konnte sie einen Werbespot von Sony Ericsson für sich entscheiden. Da gab es einen unglaublich wichtigen Satz, in der englischen Variante lautete er »Love me for what I am«:

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Sony hat sich kurzerhand entschieden, dass der Satz dann doch nicht so wichtig ist. Wieso? Das wird beim Gilette-Werbespot des neuen Topmodels deutlich:

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Noch dröger kann man das fast gar nicht sagen. Das war übrigens schon bei »Love me for what I am« der Fall.

Witzig ist, dass die Finalistinnen, mit all denen der Gilette-Spot aufgenommen wurde, den Satz bei laufender Kamera sagten, man also Alisar im Werbespot eigentlich beim Sprechen sehen müsste. Doch das tut man nicht.

Vermutlich gab man ihr nochmal die Chance, den Satz voller Elan im Studio einzusprechen. Bei einer solchen »besten« Aufnahme frage ich mich allerdings, wie verzweifelt die PR-Leute von Gilette nach dem Einsprechen gewesen sein müssen.

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Sarrazin: Wir werden immer dümmer

Freitag, 11. Juni 2010 – 10:43 Uhr

Die Einwanderung schlecht Ausgebildeter sei der Grund, so der ehemaliger Berliner Finanzsenator Sarrazin, warum wir in Deutschland immer dümmer würden.

Naja, wenn man ab mittags RTL guckt, könnte man den Eindruck gewinnen, dass Deutschlands Crème de la Crème der assozialen Langzeitarbeitslosigkeit, selbstverständlich bildungsfern, durch eine hohe Fruchtbarkeitsrate einen nicht geringen Anteil zur Verdummung beiträgt.

Es sei an dieser Stelle explizit betont, dass es natürlich auch viele Langzeitsarbeitslose gibt, die ganz normal sind und wohl erzogene, lernbegeisterte Kinder in die Welt setzen. Das gilt für Einwanderer ebenso.

Doch was ist das Problem bildungsferner Schichten? Dass es sie gibt, ist eine Realität. Freudensprünge macht man nicht, sich über sie zu beklagen hilft allerdings auch nicht viel.

Notwendig ist, dass sich die Gesellschaft dafür einsetzt, dass alle Kinder, inklusive derer aus bildungsfernen Schichten, ausreichend in Kindergarten und Schule gefördert werden. Und das vom Kleinkindalter an.

Wenn Drittklässler heute nicht mehr fähig sind, halbwegs gerade eine Linie auszuschneiden, weil sie noch nie in ihrem Leben gebastelt haben, auch nicht im Kindergarten, dann liegt etwas sehr im Argen. Man kann Defizit bei Schülerinnen und Schülern prima auf das Elternhaus schieben, aber davon ist niemandem geholfen.

So fragwürdig Sarrazins Ton immer ist, es nützt nichts, ihn als Vorwand zu nehmen, sich nicht mit der Thematik auseinanderzusetzen. Dringend notwendig ist es.

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Haushaltsabgabe weitergedacht

Mittwoch, 9. Juni 2010 – 21:31 Uhr

Ich bin großer Fan der neuen Haushaltsabgabe. An Stelle der bisherigen »GEZ-Gebühr« braucht man hier keinen Rattenschwanz an Sonderregelungen und auch keine GEZ-Sherrifs mehr.

Das Einzige, was mich stört: Man erlaubt dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht bzw. zwingt ihn nicht, seine Angebote rundum öffentlich zugänglich zu machen. Sämtliche Radio- und TV-Beiträge sollten zeitlich unbegrenzt in verschiedenen Formaten abruf- und herunterladbar sein. Natürlich inklusive der Transkripte. Und wenn ich schon dabei bin, mir etwas zu wünschen: Dass Ganze sollte natürlich nach verschiedenen Kriterien sortiert und zu Dossiers zusammengefasst sein.

Es wäre nur konsequent, wenn jeder die Inhalte nutzen kann, wenn schon jeder Haushalt zu deren Entstehung beiträgt.

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Staat zahlt Kirchengehälter

Dienstag, 8. Juni 2010 – 17:53 Uhr

Seit 200 Jahren bezahlt der deutsche Staat und damit der deutsche Steuerzahler das Gehalt von Würdenträgern der evangelischen und katholischen Kirche. Wohl gemerkt nicht von der Kirchensteuer. In diesem Jahr kostet das fast 450 Millionen Euro. [Spiegel online].

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr mich das empört.

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