Betreuungsgeld verschlechtert Betreuung
Montag, 19. November 2007 – 08:24 Uhr
Die sogenannte Herdprämie, die derzeit schon im Land Thüringen gezahlt wird, führe, wie tagesschau.de berichtet, zu weniger Betreuung. Für sozial schwache Familien sei das Betreuungsgeld ein finanzieller Anreiz, ihre Kinder aus dem Kindergarten zu nehmen. Problem: Dort erfahren sie häufig eine Förderung, die ihre Eltern zum Teil nicht leisten können. Unaufholbare Sprachstandsrückstände seien etwa die Konsequenz, meint die Erfurter Logopädin Katrin Langer.
Trotz dieser Probleme hält die Thüringer Unionsregierung das Erziehungsgeld für gelungen. Denn die Eltern könnten bestimmen, was gut für ihre Kinder sei, ist ihr Argument: »Wir sind der Meinung, dass damit das Wahlrecht der Eltern gestärkt wird« [sic] betont Klaus Zeh, Minister für Soziales, Familie und Gesundheit in Erfurt.
Wenn Eltern das aus finanziellen Gründen tun, zum Teil tun müssen, ist das natürlich ein wahnsinniges Wahlrecht, das nur das Wohl der Kinder im Auge hat. Ein höheres Kindergeld und entgeltfreie Kindergartenplätze wären ja auch ein Beitrag.