Vodoo
Donnerstag, 10. April 2008 – 14:32 Uhr
Die Gewerkschaft ver.di hat sich heute Nacht kurzer Hand kurzerhand entschlossen, den Straßenbahnverkehr in Berlin zu bestreiken. In einer Mitteilung erklärte der BVG-Vorstandsvorsitzende Andreas Sturmowski (wer’s nicht lesen mag, für den gibt’s darunter eine Zusammenfassung):
Dieses Vorgehen von ver.di ist uns völlig unverständlich. Noch am Dienstagabend haben wir nach einem gemeinsamen Gespräch nicht nur Stillschweigen vereinbart, sondern sind gemeinsam davon ausgegangen, dass unsere Tarifverhandlungen fortgesetzt werden. Ein Scheitern der Tarifverhandlungen ist uns gegenüber nicht erklärt worden. In dem heute morgen ohne Vorwarnzeit begonnenen Streik gegen die Straßenbahn sehen wir nicht nur eine Verletzung der Friedenspflicht, sondern auch ein äußerst unfaires Verhalten gegenüber unseren Fahrgästen, die überhaupt keine Chance hatten, sich auf diese umfangreichen den öffentlichen Nahverkehr belastenden Einschränkungen einzustellen. Ein vom Unternehmen BVG geplanter Notverkehr kann nicht zum Einsatz kommen, da ein ver.di-Vertreter für einen solchen Fall eine sofortige Ausweitung des Streiks auf den Bus-Verkehr angedroht hat.
Halten wir fest: Die Verhandlungen sind nicht gescheitert, die Friedenspflicht gilt fort. ver.di interessiert das einen Dreck und streikt trotzdem – natürlich nur kurzfristig angekündigt. Für den Fall, dass die BVG einen Ersatzverkehr einrichten sollte, wird der gesamte Busverkehr bestreikt.
Auch wenn mittlerweile die Straßenbahn fahren, hätte ich richtige Lust auf ein wenig Vodoo…
In den Anzeigetafeln der Busse stand da auch “die BVG wird von ver.di bestreikt ….”, es wurde das Passiv gebraucht. Nicht etwa “wir streiken …”, was ja bei einem wirklichen BVG-Streik irgendwie logischer wäre.