Qual der Themenwahl
Dienstag, 22. April 2008 – 15:57 Uhr
Ach, es ist so schwierig, sich ein passendes Thema für die Bachelorarbeit zu überlegen.
Bei uns an der Universität ist es Usus, einfach den Umfang der Hauptseminarsarbeit zu verdoppeln. Man beleuchtet das Thema dafür intensiver, zieht noch einen anderen Aspekt hinzu oder schließt einen praktischen Teil an.
Ich habe in meiner Hauptseminarsarbeit den Unterscheid zwischen gesprochenem und geschriebenem Französisch am Beispiel der Substantiv- und Adjektivflexion herausgearbeitet. War nicht wirklich spannend, obwohl ich Morphologie sehr mag. Es böte sich nun an, etwa den Aspekt der Verbalflexion zu ergänzen; da könnte man schier unendlich viel schreiben, aber es ist nicht anzunehmen, dass das spannender wird.
Ich könnte auch eine alte Hausarbeit aufwärmen, in der ich die Auswirkungen der Rectifications orthographiques ›Orthografieempfehlungen‹ (RO) morphologisch untersucht habe. Die RO sind eine Art unverbindliche Rechtschreibreform, die Anfang der 1990er Jahre durchgeführt wurde, aber bis heute kaum Beachtung findet, obwohl sie doch recht viel vereinfacht hat. Problem: Damit bekomme ich nur etwas mehr als 15 Seiten voll. Ich könnte natürlich einen geschichtlichen Abriss der französischen Orthografiegeschichte voranstellen und auch kurz die grundlegenden Orthografieprinzipien darlegen. Aber daran gefällt mir nicht, dass es nicht in einem Guss daherkommt.
Eher ein Guss wäre das Hausarbeitsthema, das mir heute morgen kurz nach dem Aufstehen um 7 Uhr eingefallen ist: Semantische Relationen in Wörterbüchern. Man könnte damit beginnen, welche semantischen Relationen es überhaupt gibt (im Großen und Ganzen: Synonymie, Antonymie, Hyperonymie, Hyponymie, Meronymie), welche verschiedenen Positionen in der Sprachwissenschaft vertreten werden (nichts ist so umstritten wie in der Semantik) und wie sich das in ein- und zweisprachigen Französischwörterbüchern niederschlägt. Natürlich stellt man vorab die verwendeten Wörterbücher vor. Leider ist das Thema kein morphologisches…
Naja, bis zur nächsten Woche werde ich mir noch überlegen, was ich so machen könnte und werde dann, voller Ideen, in die Sprechstunde meines Professors. Dann diskutieren wir aus, womit ich mich 8 Wochen beschäftigen darf und hoffentlich auch möchte…
Nicht, dass dieses Thema keinen Kommentar verdient hätte. Es ist nur so, die vielen *onymie-Worte schüchtern mich ein.