Schweden (ESC 2009)
Mittwoch, 18. März 2009 – 22:14 Uhr
Das Abbaland Schweden schickt dieses Jahr Malena Ernman mit ihrem englisch-französischen Lied La voix zum Eurovision Song Contest.
La voix (›die Stimme‹) von Mme Ernman ist ziemlich hoch, wie das bei Mezzosopranistinnen zu sein pflegt. Hoch singen kann sie auch ziemlich gut, dass muss man ihr neidlos zugestehen. Damit punkten kann sie bei mir allerdings nicht, denn von allen Stimmlagen mag ich Sopran und Mezzosopran mit großem Abstand am wenigsten. Seien wir ehrlich: Was bringt es, so hoch zu singen, dass man das, was gesungen wird, nur noch versteht, weil man den Text kennt, nicht weil man es hören kann (ehrlich gesagt bin ich mir nicht wirklich sicher, dass sie im Refrain wirklich das Eingeblendete singt)? Des Weiteren punktet sie bei mir nicht mit ihrer normale Popstimmlage, denn die für sie tief gesungenen Partien klingen einfach nicht. Beziehungsweise sie klingen nach Aua!
Das tut dem Lied allerdings kein Abbruch, denn das ist selbst unterirdisch. Das ist eine Popoper auf MDR-Niveau, zusammengeschustert aus zwei Liedern. Jedes für sich hätte ganz gut werden können, aber die Kombination geht gar nicht, auch wenn in Zeiten wie heute ja gern beschworen wird: combination is everything!
Der MDR scheint ebenso sein Fernsehballett in den Norden entliehen zu haben, anders kann ich mir diese Darbietung nicht erklären. Zum Glück wird es auf europäischer Bühne davon nur eine abgespeckte Version geben, denn mit den Tänzerinnen und Tänzern sind bereits acht Leute auf der Bühne. Sechs dürfen es maximal sein, irgendwo müssen noch die verstecken Backgroundsängerinnen dazustoßen. Verspricht optisch also noch öder zu werden.
Da lob ich mir im Bereich Popoper doch lieber die Slowakin Alenka Gotar mit »Cvet z juga« (2007). Die bot sogar einen hübschen Lichteffekt:
Bei mir ist das schwedische Lied unten durch: 6
hatte mir 2007 die Doppel CD gekauft. Da sind schon ziemlich abgedrehte Sachen drauf. Die Franzosen fand ich cool.