Julius’ Blog

Ich, ganz subjektiv.

Volksentscheid »Pro Reli«: »Ja« oder »Nein«

Dienstag, 21. April 2009 – 11:13 Uhr

Dschungelkönigin Désirée Nick, ehemals katholische Religionslehrerin, soll von der Initiative »Pro Reli« mit dem Argument geworben worden sein, dass Religionsunterricht in Berlin abgeschafft werden soll. Mittlerweile weiß sie, dass das eine dreiste Lüge war und hat sich von der Kampagne distanziert.

Leider sind viele Berliner auch kurz vor dem Volksentscheid am kommenden Sonntag nicht ausreichend informiert. Die Wahlwerbung von »Pro Reli« desinformiert sogar.

Was bedeutet es also, wenn man mit Ja oder Nein stimmt?

Ja bedeutet, dass man für die Einführung des Wahlpflichtbereiches Ethik/Religion ist. Bisher ist Ethik für alle Schüler verpflichtend, Religion ist ein freiwilliges Angebot, das jeder Schüler auf Wunsch seiner Eltern wählen kann, aber nicht muss. Zukünftig können die Eltern entscheiden, ob ihr Kind am gemeinsamen Ethikunterricht oder am Religionsunterricht teilnimmt.

Nein bedeutet, dass alle Schüler wie bisher am gemeinsamen Ethikunterricht teilnehmen, aber auch freiwillig am Religionsunterricht teilnehmen können, wenn es ihre Eltern so möchten.

Zusammengefasst heißt das:
Ja = Ethik oder Religion
Nein = Ethik plus freiwillig Religion
(wie bisher)

Keine der beiden Möglichkeiten führt zu mehr Freiheit, wie es die beiden Lager gern behaupten.

Nun könnte man meinen, dass es doch relativ egal, welches Fach Schüler belegen. Das ist es aber nicht. Vielmehr ist mit dem Volksentscheid eine grundlegende gesellschaftliche Entscheidung verbunden. Sollen Schüler in einer multikulturellen Stadt wie Berlin getrennt (= Kreuz bei »Ja«) oder gemeinsam (= Kreuz bei »Nein«) über Werte diskutieren? Die wichtigsten Pro- und Kontra-Argumente habe ich in einer FAQ zusammengestellt.

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4 Reaktionen

  1. el mamo

    21. April 2009 – 11:35 Uhr (#5728)

    Mich würde mal interessieren, womit die Befürworter Günther Jauch als Zugpferd gewonnen haben. Hast du da eine Ahnung ?
    Ich denke, dass die Ansicht des Herrn Jauch (der übrigens in Potsdam wohnt und mit der Kampagne selbst gar nichts zu tun haben dürfte) für viele bislang Unentschlossene als Orientierung dient, gilt dieser doch als seriös und integer.

  2. r|ob

    21. April 2009 – 17:02 Uhr (#5730)

    Danke für die Zusammenfassung – bei den irreführenden Werbetafeln kann man schnell entgegen seiner eigentlichen Meinung abstimmen…

  3. Julia

    22. April 2009 – 19:03 Uhr (#5735)

    Naja, vielleicht hat man Jauch damit überzeugt, dass es in Brandenburg bereits seit vielen Jahren die Wahlfreiheit zwischen Ethik (dort LER) und Religion für Schüler/innen gibt. Und auch aus meiner eigenen Schulerfahrung heraus (ich habe LER belegt), kann ich nur dafür stimmen.

    Aber leider habe ich kein Wahlrecht in Berlin… Daher muss auf meine “JA”-Stimme verzichtet werden.

  4. Pro Reli - Abstimmung am Sonntag « 33silvester’s Weblog

    23. April 2009 – 07:39 Uhr (#5738)

    [...] Argumente der Befürworter und Gegner der Kampagne kann man hier und hier noch einmal [...]

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