staatliche Drogenabgabe
Samstag, 24. Juli 2010 – 06:47 Uhr
Ab kommendem Jahr sollen Schwerstheroinabhängige in Berlin auf Kosten der Krankenkasse unter ärztlicher Aufsicht Diamorphin, ein synthetisch hergestelltes Heroin, verabreicht bekommen. Dieses Modell, das bereits in anderen deutschen Großstädten angewandt wird, »sichert (…) oft das Überleben, minimiert den Konsum weiterer Drogen, verhindert Beschaffungskriminalität.« (Berliner Zeitung) Von Erfolgen hinsichtlich einer überwundenen Drogenabhängigkeit ist hier keine Rede.
Ich habe da meine Bedenken. Auch wenn meine Sicht der Dinge etwas einfach sein mag: Drogenabhängigkeit ist etwas, was man sich als Betroffener ausgesucht hat. Jeder weiß, dass Suchtmittel über kurz oder lang abhängig machen. Wer trotzdem zugreift, weiß im Grunde, was er tut. Auch wenn er die Folgen angesichts der vermeintlichen Vorzüge vorerst ausblenden mag.
Ich finde es schlichtweg falsch, wenn der Staat nun sagt: Hey, für deinen starken Willen, zweimal eine teure Entzugskur abzubrechen (erst dann nämlich darf man an dem Programm teilnehmen), belohnen wir dich mit zwei bis drei Dosen Diamorphin täglich. Nebenbei erwähnt würde es mich brennend interessieren, was die Krankenkasse eine Dosis kostet. »Menschenwürde aus der Ampulle« nennt man das dann. Offensichtlich fehlt mir ohne Ampulle meine Würde.
Ein Kommentator bei der Zeit findet, »man sollte diese Betrachtungsweise [= kostenlose Drogen für Schwerstabhängige] auch auf Alkohol und Nikotin ausweiten, eventuell auch Bordellbesuche (Vergewaltigungen sind ja letztlich auch ›Beschaffungskriminalität‹)«. Mit der gleichen Logik, mit der man Drogenabhängigen hilft, müsste man auch den katholischen Geistlichen, die es in den letzten Monaten unrühmlich in die Presse geschafft haben, ab und zu ein Kind vorbeischicken. Auf Rezept natürlich. Hier könnte sogar noch argumentiert werden, dass sie für die Störung ihrer Sexualpräferenz höchstwahrscheinlich nicht einmal etwas können. Doch wer bitte schön soll dafür sein?